Glashütte, © Der Tegernsee (Thomas Plettenberg)

Kulinarik Tipp

Alpenländische Hausmannskost und Schmugglerromantik

Gasthof Glashütte


Der Weiler zu Fuße von Roß- und Buchstein kurz vor dem Achenpass ist trotz der nahen, steilen Berge ein sonnenverwöhnter Fleck. Als Abt Bernhard Wenzl vom Tegernseer Kloster 1689 die kleine Kirche „Mariä Heimsuchung“ und das Wirtshaus erbauen ließ, war die Gegend zwischen Bayern und Tirol noch weitgehend unerschlossen und wild. Heute sitzen im Sommer Wanderer und Radfahrer gern schattig im Biergarten unter prächtigen Kastanien. An sonnigen Wintertagen sind die Sonnenbänke vor der Hauswand besonders beliebt – die Langlaufloipe von Kreuth nach Glashütte endet direkt vor der Haustür. In den gemütlichen Stuben wird am Kachelofen der Geist der Jahrhunderte lebendig, als sich Wilderer, Pfarrer, Glasbläser und Straßenbauer die Klinke in die Hand gaben mit Durchreisenden auf dieser gefährlichen Schmuggler- und Postkutschenroute.

Natürlich werden die Gäste – damals wie heute – mit hausgemachter alpenländischer Küche verwöhnt. Zur Hausmannskost gesellen sich vegetarische Gerichte, eine Salatauswahl und Desserts. Beliebt sind – je nach Saison – auch Kasspatz‘n, Kohlrouladen, Kaiserschmarrn und Tiroler Gröstl. Wo immer es geht, arbeitet Wirt Robert Kirmse mit regionalen Lieferanten und verwendet saisonale Zutaten. Zum Ausschank kommt das gute Tegernseer Bier – kein Wunder, denn das Wirtshaus hat wie auch das Herzogliche Brauhaus eine über 200-jährige Wittelsbacher Geschichte. Schon lange ist „die Glashütte“ nicht nur bei Einheimischen beliebt, sondern auch bei Wanderern, Radfahrern und Durchreisenden ein Geheimtipp. Auch die Tiroler kommen gern mal zur Einkehr herüber. Wer noch etwas Zeit für Kultur und Geschichte mitbringt, stattet der kleinen Kirche „Mariä Heimsuchung“ einen Besuch ab.

Unser Tipp: Ofenfrischer Schweinsbraten in Dunkelbiersoße mit Kartoffelknödeln und Krautsalat. An Guadn!
Glashütte 28, 83708 Kreuth, Tel. +49 8029 569, www.gasthof-glashuette-kreuth.de