Tegernseer Hütte, © Der Tegernsee (Ines Wagner)

Wandern & Übernachten

Gipfelglück am Ross- und Buchstein

360-Grad-Blick mit Aussicht zur Zugspitze, zum Großglockner und Großvenediger

Wie viele Lieblingsgipfel haben die Kreuther? Viele! Neben dem zackigen Leonhardstein und dem von weitem sichtbaren Hirschberg rangiert der markante Doppelgipfel aus Roß- und Buchstein ganz weit vorn. Und das liegt nicht nur an der märchenhaften Lage der Tegernseer Hütte, die gleich einem Adlerhorst in luftiger Höhe schwebt und seit 1903 von der Sektion Tegernsee des DAV betrieben wird.

Ausgangspunkt der Wanderung ist die Bushaltestelle Kreuth Klamm (RVO 9556). Vom Wanderparkplatz geht’s entlang der Weißach flussaufwärts bis zur Brücke Bayerwald, dann auf dem Weg 609 durch den Bergwald zu den Sonnberg-Almen hinauf. Geübte Bergwanderer erreichen den Roßstein über einen teils seilgesicherten Steig, weniger Trittsichere wählen den leichteren Westanstieg. Von der Tegernseer Hütte reicht der Blick über Karwendel und Wetterstein bis in die Zentralalpen hinein. Der Abstieg führt über Weg 609 zur Buchstein-Hütte, durch das Schwarzenbachtal und über den Boden-Erlebnispfad zurück zur Klamm Winterstube.

Klettern am Roß- und Buchstein

Es gibt etwa 100 Routen an der Süd-, West- und Nordwand vom Buchstein sowie an der Roßstein-Südwestwand, während die Roßsteinnadel von allen Seiten erklommen werden kann. „Bei uns übernachten oft Kletterer, die sich die Routen zwei Tage lang vornehmen“, erzählt Andi Hauber, selbst ein passionierter Kletterer: „Sehr beliebt ist die ‚Südwand Schmankerl‘ am Buchstein, eine VI- mit fünf Seillängen – das ist eine schöne Genusstour durch die Wand.“ Er hat selbst ein paar Routen eingebaut und gelegentlich gelingt es ihm zu klettern, wenn seine Arbeit in der Hütte das zeitlich zulässt. Für geübte Kletterer ist der Buchsteingipfel leicht erreichbar, für Kletterungeübte jedoch nicht ungefährlich. Vor allem heil wieder herunterzukommen, ist die Herausforderung – die Route ist eine ungesicherte II. Die östliche Seite vom Buchstein wird der Natur überlassen, dort gibt es keine Kletterrouten und das soll auch so bleiben. In unmittelbarer Nähe der Doppelgipfel ragt die 50 Meter hohe Roßsteinnadel auf – ein beliebtes Ziel mit Routen vom IV. bis zum IX. Schwierigkeitsgrad.

Übernachtung auf der Tegernseer Hütte

In der beliebten Hütte der Sektion Tegernsee des DAV schafft das Team gemeinsam mit Hüttenwirt Andreas Hauber eine familiäre Atmosphäre. Sie sind begeistert, dass zur Übernachtung auch Familien mit Kindern kommen, denn „wenn die Leute sich wohlfühlen, ist es auch für uns entspannt“. Die Tegernseer Hütte lässt sich auch gut bei einer Mehrtages-Hüttenwanderung einbinden, beispielsweise auf der Route Lenggrieser Hütte – Tegernseer Hütte – Gufferthütte. In den Jahren 2020 bis 2023 wurde eine Kleinkläranlage mit Mikroorganismen eingebaut, das Trinkwasser ist aufbereitetes Regenwasser vom Dach. Es gibt 21 Übernachtungsplätze im gemütlichen Bettenlager. DAV-Mitglieder erhalten ein vergünstigtes Bergsteigeressen.

Gut zu wissen für die Hüttenübernachtung

Man braucht einen eigenen Hüttenschlafsack. Vorhanden sind Kissen und neue, weiche Decken. Auf der Hütte gibt es nur Barzahlung – für Essen und Übernachtung. Wer spät abends ankommt, sollte Bescheid geben, damit sich der Wirt keine Sorgen macht. Für die Parkautomaten an der Bundesstraße braucht man pro Tag acht Euro in Münzen oder bucht schon vorab das Ticket mit der Park-Now-App – am Parkplatz selbst gibt’s oft kein Netz.

Tegernseer Hütte 1, 83708 Kreuth, Tel. +49 8029 287, www.tegernseerhuette.de, Reservierungen: kontakt@tegernseerhuette.de