Sebastian Siebrecht Textblock 3

Welche Herausforderungen gilt es für dich als Schiedsrichter zu meistern?

Ich versuche, im Geiste des Sports die Meisterschaft stets in die richtige Richtung zu lenken: fair für alle, mit Augenmaß. Dazu gehört auch, die Wünsche der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, des Teams und unserer Partner persönlich abzuholen und direkt umzusetzen. Mein starkes Team meistert zudem alle Regelfragen souverän. 

Wie kann Schach als Breitensport weiter gefördert werden?

Wichtig ist, dass die Schulen das Angebot ausbauen und dass Schach als Breitensportmaßnahme in öffentlichkeitswirksamen Projekten mehr Widerhall findet. Beispielsweise habe ich bereits vor 15 Jahren die Initiative „Faszination Schach“ begründet, mit welcher wir mittlerweile schon 150.000 Interessierte zum Schachspielen gebracht haben. Konkret könnte am Tegernsee bei den jährlichen Festveranstaltungen ein kleiner Schachstand schon Wunder bewirken. Die Möglichkeit des Angebotes ist entscheidend. Schach ist für alle da. 

Frauen sind im Spitzenschach noch immer unterrepräsentiert – woran liegt das deiner Meinung nach?

Dazu gibt es viele Studien. Neueste Entwicklungen zeigen auch hier, dass wir das Angebot interessanter und noch viel mädchen- und frauenfreundlicher gestalten müssen. Wenn mehr Mädchen und Frauen spielen, werden wir auch viel mehr Spitzenspielerinnen haben!  

Gibt es Unterschiede im Spielstil zwischen Männern und Frauen – oder ist das ein Mythos?

Die Spielerinnentypen sind genauso unterschiedlich wie die männlichen Schachspieler. Generell gilt, dass Frauen unternehmungslustiger spielen.

Was müsste sich konkret ändern, um mehr Frauen für den Leistungssport Schach zu gewinnen?

Bessere Angebote und höhere Preisgelder schaffen, Gemeinschaft erzeugen. Der Wohlfühlfaktor ist hier besonders entscheidend! Die Mädchen und Frauen müssen sich respektiert, angenommen und verstanden fühlen.