Blick auf den Tegernsee, © Der Tegernsee, Sabine Ziegler-Musiol

Geografie

Der See gehört zum Stadtgebiet von Tegernsee. Auch die übrigen vier Gemeinden des Tegernseer Tals – Gmund am Tegernsee, Rottach-Egern, Kreuth und Bad Wiessee – haben Anteil am Seeufer. Der See ist Eigentum des Freistaates Bayern, für seine Verwaltung ist die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen zuständig. Die an vielen Stellen intensiv mit Schilf bewachsenen Seeufer sind im Gegensatz zu zahlreichen anderen oberbayerischen Seen fast vollständig öffentlich zugänglich.
Eine besondere Bedeutung hat der Tegernsee für die Trinkwasserversorgung der Landeshauptstadt München sowie als Hochwasserrückhaltebecken für das untere Mangfalltal. Ein Anstauen des Sees wurde bereits vor über hundert Jahren diskutiert.

Entstehung

Während der letzten, als Würm-Kaltzeit bezeichneten Eiszeit, reichte die Tegernseer Zunge des Inn-Gletschers bis weit nach Norden in die Ebene hinein. Der maximale Vorstoß dürfte etwa 20.000 Jahre zurückliegen. Durch seine erosiven Kräfte schuf der Gletscher ein Zungenbecken, das sich später mit Wasser füllte. Die langgestreckte Form des Tegernsees lässt seine glazialmorphologische Entstehung deutlich erkennen. Die flache Uferebene im Süden wurde durch Sedimente der Rottach und der Weißach aufgeschüttet, die Uferbereiche auf den Längsseiten bei Tegernsee und Bad Wiessee sind Schutthalden.

Daten

Höhe über Meeresspiegel: 726 m ü. NN
Fläche: 8,90 km²
Länge: 5,70 km
Breite: 2,20 km
Volumen: 323.090.000 m³
Umfang: 21,04 km
Maximale Tiefe: 72,6 m
Mittlere Tiefe: 36,3 m
pH-Wert: 7,7-8,5
Einzugsgebiet: 210,75 km²

Alpbachtal

Zulauf und Ablauf

Wichtigster Zulauf des Tegernsees ist die Weißach, welche im Südwesten des Sees in den Ringsee mündet. Die Weißach entwässert das Kreuther Tal. Das südöstliche Ende des Tegernseer Tals wird von der Rottach entwässert, dem zweitgrößten Zufluss des Tegernsees. Weitere bedeutende Zuflüsse sind der Alpbach im Osten sowie der Söllbach, der Breitenbach und der Zeiselbach im Westen des Sees. Alle größeren Zuflüsse des Tegernsees wurden begradigt und zum Hochwasserschutz verbaut. Hochwasserdämme kennzeichnen ihre letzten Kilometer. Darüber hinaus mündet eine Vielzahl kleinerer Bäche direkt in den Tegernsee, darunter der Quirinbach und der Grambach bei Sankt Quirin sowie der Weidenbach im Nordwesten des Sees. Mit dem Mühlbach gibt es auch einen Kanal, der das von der Weißach abgezweigte Wasser direkt in den Ringsee leitet. Einziger Abfluss des Tegernsees ist die Mangfall, durch die das Seewasser bei Rosenheim in den Inn gelangt.

Gliederung

An der Südseite des Sees befinden sich zwei Buchten, nämlich der Ringsee im Südwesten und die Egerner Bucht – früher Obersee genannt – im Südosten. Der übrige Teil des Tegernsees, einschließlich der Finnerbucht im Westen, wurde bis ins 19. Jahrhundert Weitsee genannt.

Egerner Bucht (Malerwinkel)

Der rund 40 Hektar große, durch die Halbinsel Point auf eine Breite von ca. 170 Metern abgeschnürte Seeteil im Südosten, wo die Rottach zufließt, wird als Egerner Bucht bezeichnet. Weil früher viele Maler am Ufer der Point saßen und die Kirche mit Wallberg im Hintergrund und See im Vordergrund abbildeten, ist dieser Uferabschnitt auch als Malerwinkel bekannt.

Ringsee

Ringsee

Die 14,2 Hektar große Bucht liegt direkt im Mündungsbereich der Weißach im südwestlichen Tegernsee, nahe dem gleichnamigen Ortsteil in der Gemeinde Kreuth.
Der Name Ringsee leitet sich von gering ab und verdeutlicht den Unterschied zum „großen“ Tegernsee.

Finnerbucht

Am nördlichen Ortsausgang von Bad Wiessee, in der Nähe des kleinen Ortsteils Winner (Winnerhof, mit der Spielbank), befindet sich die 200 Meter tiefe Finnerbucht, die nach dem unmittelbar südlich davon gelegenen Finnerhof benannt wurde. Sie nimmt eine Fläche von rund 3 Hektar ein und unterliegt der Tegernsee Schutzverordnung.

Insel

Die unbewohnte Ringseeinsel ist dem Ringsee vorgelagert. Ebenso wie der See gehört sie zur Stadt Tegernsee. Sie ist nur rund 0,2 Hektar groß und mit Gras und dichtem Gebüsch bewachsen.