Tegernsee Panorama, © Der Tegernsee, Peter Prestel

Geschichte

Die Geschichte des Tegernseer Tals begann laut Überlieferung 746, als zwei adelige Brüder, Adalbert und Otkar, das Kloster Tegernsee gründeten. Im Mittelalter war das Tegernseer Kloster ein wichtiges spirituelles und kulturelles Zentrum mit großer Strahlkraft in die anderen Teile unseres heutigen Europas. Später, nach der Säkularisation, kamen die Wittelsbacher ins Tal und mit ihnen zahlreiche Künstler und Literaten sowie die ersten Sommerfrischler. Das war zugleich die Geburtsstunde des Tourismus am Tegernsee, der heute zu einer der beliebtesten Urlaubsregionen Deutschlands zählt.

Museum Tegernseer Tal Kultur & Geschichte

Tegernsee und das Kloster

Die Geschichte des Tegernseer Tals begann laut Überlieferung 746, als zwei adelige Brüder, Adalbert und Otkar, das Kloster Tegernsee gründeten. Am 16. Juni 804 wurden hier die Reliquien des Märtyrers Quirinus bestattet, welche die Klostergründer bei einer Pilgerfahrt nach Rom vom damals amtierenden Papst erhalten hatten. Schon als Adalbert zum 1. Abt der Abtei wurde, entwickelte sich in Tegernsee ein bedeutendes kirchliches Leben, das Impulse bis weit über die Grenzen des Tegernseer Tals hinaus setzte. Die Ungarneinfälle zu Beginn des 10. Jahrhunderts sowie die Besitzveräußerungen durch Herzog Arnulf von Bayern schädigten das Kloster Tegernsee in erheblichem Maße. Trauriger Höhepunkt war der Brand um 970. Im Jahr 978 wurde die Abtei Tegernsee durch Kaiser Otto II. als Kaiserliches Reichskloster neu gegründet. Bereits 979 leiteten Mönche die erste urkundlich erwähnte Volksschule des Klosters.
Im Hochmittelalter war das Kloster in ganz Mitteleuropa vor allem für seine Handschriften und die Glaswerkstatt berühmt, in welcher bemalte Kirchenfenster gefertigt wurden. Außerdem stammen der älteste deutsche Ritterroman Ruodlieb und das erste liturgische Drama auf deutschem Boden, das Spiel vom Antichrist, aus der Feder der Tegernseer Mönche. Durch Neukolonisation befanden sich nahezu 12.000 Höfe von Ingolstadt bis nach Südtirol und tief in die Ostmark in Klosterbesitz. Nach einer Phase des Niedergangs wurde das Ordensleben ausgehend vom Kloster Melk in Österreich reformiert.
Mit über 40.000 Handschriften und Druckerzeugnissen konnte die Tegernseer Klosterbibliothek mit der Vatikanischen Bibliothek in Rom und der Bibliothek der Medici in Florenz mithalten. Die Reformation und der Dreißigjährige Krieg schädigten das Kloster nur geringfügig. Der italienische Baumeister Antonio Riva übernahm die Barockisierung der Anlage, Hans Georg Asam schuf von 1688 bis 1694 die Fresken der Klosterkirche.
1803 wurde das Kloster im Rahmen der Säkularisation zwangsweise aufgelöst. 1817 erwarb der bayerische König Max I. Joseph (1756-1825) die Gebäude des ehemaligen Klosters und ließ sie durch Leo von Klenze zur königlichen Sommerresidenz umgestalten. Mit den Wittelsbachern siedelten sich zahlreiche Künstler und Literaten im Tegernseer Tal an.

Klosterkriche Tegernsee, © Der Tegernsee, Christoph Schempershofe

Die Wittelsbacher am Tegernsee

Mit der Säkularisation des Benediktinerklosters am Tegernsee 1803 verlor das Tegernseer Tal sein Zentrum, nachdem es mehr als tausend Jahre das geistliche Leben, Kultur und Wirtschaft geprägt hatte. Nach der Verstaatlichung wurde die ehemalige Klosterkirche zur Pfarrkirche umgewidmet. Zunächst erwarb der Bayerische Staatsbeamte Karl Joseph Freiherr von Drechsel die Anlage und lies einen Teil davon abbrechen. Wer weiß, wie es mit Tegernsee weitergegangen wäre, hätte nicht das Bayerische Königspaar Max I. Joseph und Karoline Drechsel besucht und sich in das ehemalige Kloster und seine reizvolle Umgebung verliebt. 1817 wechselte die Anlage abermals den Besitzer und wurde zum Königlichen Sommerschloss. Weitere zuvor im Kloster befindliche Besitzungen wurden im Laufe der Jahre hinzugekauft, beispielsweise Gut Kaltenbrunn, Bauer in der Au und Wildbad Kreuth. Der Hof trat auch in kultureller und wirtschaftlicher Sicht die Nachfolge des Klosters an. Bald kamen zahlreiche Künstler, aber auch Sommerfrischler ins Tal. Der Tegernsee wurde zu einer der bekanntesten Regionen Bayerns.

Kloster Tegernsee

König Max I. Joseph (1756 - 1825)

Der bayerische König Max I. Joseph (1756-1825) entstammte einer Teillinie des Pfälzer Zweiges der Wittelsbacher und war bis zur Französischen Revolution im französischen Militärdienst tätig. Das Bündnis mit Napoleon nach dem verlorenen Krieg gegen Frankreich brachte  große Veränderungen mit sich, beispielsweise die Aufhebung aller Klöster in Bayern, schuf aber auch die politischen Voraussetzungen für die Annahme des Königstitels des damaligen Kurfürst Max IV Joseph im Jahr 1806. Er schuf aus ererbten und hinzu gewonnenen Territorien das neue Bayern, organisierte die Staatsverwaltung neu und gab seinem Königreich erstmals eine Verfassung. Dem Tegernseer Tal brachte er nach der Säkularisation großen wirtschaftlichen Aufschwung, indem er das Kloster erwarb und zum Schloss ausbauen ließ.

Herbst Tegernsee, © Der Tegernsee, Stefanie Pfeiler

Das Ende des 2. Weltkrieges am Tegernsee

Als das Tal den Atem anhielt

Am Montag, den 30. April 1945, nachmittags um halb vier, jagt sich Adolf Hitler in seinem Bunker unter der Berliner Reichskanzlei eine Pistolenkugel durch den Kopf. Die Nachricht von seinem Tod wird erst am 1. Mai im Rundfunk verbreitet. Am 2. Mai kapituliert das eingekesselte Berlin. Im Tegernseer Tal waren etwa 35.000 Menschen – Einheimische, Ausgebombte, Zufluchtsuchende, heimatlos Gewordene, Verwundete - in den Häusern, Lazaretten und Kinderlandverschickungsheimen zusammengepfercht. Sie wussten von der Kapitulation der Heeresgruppen im Süden und Westen. Im Tal war der Krieg indes noch nicht zu Ende, die Ereignisse sollten sich noch einmal dramatisch zuspitzen. Den ganzen Artikel lesen Sie im TEGERNSEER TAL – Zeitschrift für Kultur, Geschichte, Menschen und Landschaft, Heft Nr. 94 beim Tegernseer Tal Verlag.

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Bad Wiessee

Kloster, Glasmalereiwerkstätten, Jod-Schwefelbad

Bad Wiessee liegt am Westufer des Tegernsees. Die Ortsgründung bestimmt man auf das Jahr 850. Urkundlich wurden 1017 erstmals drei zum Kloster gehörige Höfe in Wessens (Westensee) erwähnt. Begünstigt durch die geografische Lage wurden in Wiessee Ackerbau und Viehzucht betrieben. Im 10. Jahrhundert gründete das Kloster Glasmalereikunstwerkstätten. Bis heute sind aus dieser Zeit die berühmten fünf Glasfenster im Dom von Augsburg erhalten.
1441 entdeckten Tegernseer Mönche auf dem Rohbogner Hof eine Erdölquelle. Dies sorgte für Aufschwung und dafür, dass Wiessee im 15. Jahrhundert schließlich zum Dorf wurde. 1803 brachte die Klosteraufhebung große Veränderungen für Wiessee, da das gesamte Tal zunächst an Bedeutung verlieren sollte. Erst mit König Max I. Joseph, der 1817 das Kloster als Sommersitz übernahm, ging es wieder aufwärts. Im Jahre 1820 begannen Verhandlungen zum Bau einer Straße rund um den See. Ein wichtiger Schritt für das bis dahin nur über Rottach erreichbare Wiessee. 1838 wurde zum ersten Mal nach Erdöl gegraben, was jedoch 1840 wegen fortwährender Explosionen wieder eingestellt wurde. Erst 40 Jahre später kam es zu weiteren Versuchen. Fündig wurde der niederländische Bergingenieur Adrian Stoop bei Bohrungen zwischen 1904 und 1912. Das Ergebnis war mit 4 Millionen Litern Erdöl wirtschaftlich allerdings enttäuschend.
1909 entdeckte man im Rahmen der Bohrungen die stärkste jodschwefelhaltige Natriumchlorid-Thermalquelle Deutschlands (König-Ludwig-III.-Quelle), die 1913 als Heilquelle anerkannt wurde. Durch den Erhalt eines Badehauses mit 62 Meter langer Wandelhalle wurde Wiessee 1922 schließlich zum Bad und damit zu Bad Wiessee. 1936 erbohrte die holländische Eigentumsgesellschaft eine zweite Quelle, die Wilhelmina-Quelle in 632 Metern Tiefe.
Das ganze Jahr hindurch bietet Bad Wiessee für Urlauber eine gute Mischung aus wirkungsvollen Kurprogrammen und zahlreichen Freizeitmöglichkeiten, darunter Wanderungen, Radwandern oder Aktivitäten am See, wie Segeln, Fischen und Surfen. Eine weitere Attraktion ist die elegante Spielbank.

Gmund Ortsansicht, ©️ Der Tegernsee, Dietmar Denger

Gmund

Von den Höhenzügen hinter Gmund, St. Quirin und Kaltenbrunn können Besucher einen herrlichen Blick über das Tegernseer Tal bis zum Vorgebirge der Alpen genießen. Die Ortschaft Gmund entwickelte sich an der Mündung der Mangfall, da diese ein natürliches Hindernis auf dem Weg zum Benediktinerkloster Tegernsee darstellte. Urkundlich erwähnt wurde Gmund jedoch erst 1017 in einem Klosterbericht.
Der Fischreichtum der Gewässer und die verkehrsgünstige Lage veranlassten Fischer, Fähr- und Fuhrmann sowie Handwerker, sich im Schatten der alten Michaelskirche anzusiedeln. Die Kirche St. Michael zu Gmund galt als Urpfarrei des Tegernseer Tals, aus der nach und nach die anderen Pfarreien ringsum entstanden. Abt Kasper Ayndorffer ließ schließlich eine steinerne Brücke über die Mangfall sowie eine Taverne (später Gasthof Herzog Maximilian) errichten, um den Handelsverkehr über das Tegernseer Kloster zu leiten. Über 200 Jahre wurde die Taverne von der Familie Reiffenstuel bewirtschaftet, bis sie mit der Säkularisation 1803 in Staatsbesitz überging. König Max I. Joseph kaufte sie 1822, ließ die Taverne renovieren und verkaufte sie schließlich an den Metzgermeister Joseph Obermayr weiter. Dessen Sohn brachte 1836 Schweizer Rinder aus dem Simmental an den Tegernsee, weil er die Leistung des heimischen Viehs durch Kreuzung verbessern wollte. Als der russische Zar Nikolaus I. sich 1837 am Tegernsee aufhielt, gefiel ihm das noch heute legendäre Miesbacher Alpfleckvieh so gut, dass er Obermayr 53 Tiere nach St. Petersburg treiben ließ, wozu dieser ein Dreivierteljahr benötigte. Ein bekannter Gmunder Bürger war der Turmuhrenkonstrukteur Johann Mannhardt, genialer Erfinder und Begründer der mechanischen Industrie in Bayern.

Alles zu Gmund

Kreuth

Kreuth, eingebettet in das idyllische Weißachtal, ist die südlichste Gemeinde im Tegernseer Tal und Ausgangspunkt wunderschöner Wanderungen und Bergtouren. Über die frühmittelalterliche Geschichte fehlen Quellenangaben, seit ein Brand im 10. Jahrhundert das Kloster zerstörte. Vermutlich bildete das Kreuther Tal eine Urwaldwildnis bis zum Tiroler Inntal und wurde erst durch die Rodungsarbeiten der Klosterbauern erschlossen. 1184 erbaute das Kloster Tegernsee im Kreuther Winkel eine Kirche zu Ehren des Heiligen Leonhard, heute die älteste Leonhardikirche Bayerns. 1442 fand der erste Leonhardiritt statt. Der Brauch hat sich erhalten, heute findet in Kreuth die älteste Leonhardifahrt statt.
Die Schwefelquelle am Hohlenstein wurde schon im Mittelalter von Klosterbrüdern und Bauern bei Krankheiten genutzt. 1490 wird ein Bad St. Lienhard urkundlich erwähnt. 1511 errichtete Abt Heinrich V. von Tegernsee ein Badehaus. Abt Bernhard Wenzel ließ 1696 die kleine Badkapelle erbauen und 1706 baute Abt Quirin das herrschaftliche Badhaus. Im darauffolgenden Jahr konnte die vergrößerte Kapelle eingeweiht werden. Von nun an hieß die Quelle Bad zum Heiligen Kreuz. Das Bad, seit 1817 in königlichem Besitz, wurde durch Kuraufenthalte von Staatsoberhäuptern weltweit bekannt. Nach dem Untergang des Badebetriebs im Zweiten Weltkrieg knüpfte ein Sanatorium an die Traditionen an. 1971 wurde Kreuth in Anerkennung seiner Bedeutung mit dem Prädikat „Heilklimatischer Kurort“ ausgezeichnet.
Im Jahr 2018 wurde Kreuth vom Deutschen Alpenverband das Gütesiegel „Bergsteigerdorf“ verliehen. Dieser „alpine Ritterschlag“ wird nur wenigen, besonderen Orten zuteil und erfordert die Einhaltung strenger Kriterien zum Erhalt der ursprünglichen Bergwelt.

Wildbad Kreuth, © Der Tegernsee, Egbert Krupp

Wildbad Kreuth

Hans Reiffenstuel aus Egern, der herrschaftliche Badmeister im von Abt Heinrich V. von Tegernsee 1511 errichteten Badhaus, erfreute sich beim Volk großer Beliebtheit. Er stand den Kranken bei und belehrte sie über den Kurgebrauch, er empfing fremde Gäste und betreute und bewirtete sie während ihres Aufenthalts. Er war Badekommissär, Restaurateur, Doktor, Wundarzt und Apotheker, Kräutersammler und Ökonom, alles in einer Person.
Bis zur Säkularisation befand sich das Bad im Besitz des Klosters Tegernsee. 1803 wurde es vom Kreuther Landwirt Simon Zahler erworben. König Max I. Joseph von Bayern kaufte Simon Zahlers Nachkommen 1817 den ganzen Komplex für 16.000 Gulden ab und ließ 1818 den langgestreckten, zweiflügeligen Badbau sowie sämtliche Nebengebäude errichten, wodurch komfortable Eleganz, Ordnung und Reinlichkeit geschaffen wurden. Neben der herrlichen Gebirgslandschaft waren in erster Linie die Schwefelquellen für die Erbauung des neuen Bads ausschlaggebend. Schließlich haben die Mineralquellen heilkräftige Wirkung bei Krankheiten, wie Gicht, Rheumatismus und Leberleiden. Bereits 1822 führte man nach Schweizer Vorbild die Molkekur ein, die in der Molkehalle nach ärztlicher Vorschrift getrunken wurde. Dazu wurden Alpenkräutersäfte gereicht, die vielseitige Heilwirkungen erzielten. Mit 216 Betten in 115 Zimmern und über 70 Wannen konnte sich Wildbad Kreuth mit den großen europäischen Bädern messen. Mit König Max I. Joseph kam die große Ära der Wittelsbacher aus Tegernsee in den stillen Kreuther Winkel. Die Großen der Welt, darunter Kaiser Franz von Österreich und die russischen Zaren Nikolaus I. und Alexander I., zogen mit reichem Gefolge ein und verliehen dem Wildbad seinen internationalen Ruf. Zudem wurde von Max I. Joseph eine Stiftung im Wert von 50.000 Gulden geschaffen, die es „Minderbemittelten“ erlaubte, die Bäder und Kuren unentgeltlich zu nutzen. Als Dank für seine Wohltaten wurde 1828 nahe des sogenannten Alten Bades das Königsdenkmal errichtet, welches die Büste Max I. Josephs über einem Relief zeigt, an dem Kranke Heilung suchen.
Das Alte Bad gleicht einem Tegernseer Bauernhaus. Heute befindet sich dort ein Restaurant. In der angebauten Kapelle zum Heiligen Kreuz kann ein Kruzifix mit freischwebenden Engeln, die das Blut Christi auffangen, bewundert werden. Sehenswert sind auch die Figuren der Heiligen Jungfrau, des Heiligen Johannes und der Heiligen Magdalena sowie ein wertvolles niederländisches Holzrelief aus der Zeit Albrecht Dürers, das die Auferstehung Christi dar stellt. In der Kapelle ist eine reich verzierte, barocke Heilige Lanze zu sehen. Als der König am 12. Oktober 1825 in Schloss Nymphenburg starb, übernahmen seine Witwe Karoline die Förderung von Wildbad Kreuth.
Nach dem Tod der Witwe des Königs führte Prinz Karl von Bayern dieses mit gleicher Großzügigkeit wie sein Vater weiter, bis er am 15. August 1875 vom Pferd stürzte und starb. Auch unter seinem Neffen und Erben Herzog Carl Theodor, einem bekannten Augenarzt (Doctormedicinae) und gefragtem Staroperateur, blieb die erlesene Heil-, Rast- und Erholungsstätte für Reich und Arm bestehen. Am 30. November 1909 starb der Herzog in Wildbad Kreuth.
Nach dem Tod der Herzogin Marie José im Jahre 1943 übernahm ihr Sohn Herzog Ludwig Wilhelm die Nachfolge. In der Nacht vom 4. auf 5. Mai 1945 schossen die Amerikaner das herzogliche Sudhaus nach einem SS-Angriff in Brand. Herzog Ludwig Wilhelm konnte 1956/57 das Wildbad renovieren und zu einem erstrangigen Sanatorium umgestalten. Max Emanuel, Herzog in Bayern, schloss Sanatorium und Kurhaus 1973. Nach dem Ende des über 400-jährigen Wildbads flossen zunächst die geistigen Quellen. 1975 eröffnete die Hanns-Seidel-Stiftung das Bildungszentrum Wildbad Kreuth, um interessierten Bürgern politisch wissenschaftliche Bildung zu vermitteln. Berühmt wurden die jährlichen Klausurtagungen der CSU und die klassischen Konzerte des Internationalen Musikfests Kreuth am Tegernsee, das 1990 gegründet wurde. Seit 2016 ruht der Betrieb in Wildbad Kreuth, während neue Nutzungspläne entwickelt werden. Das Musikfest hat im Tegernseer Tal an unterschiedlichen Spielstätten eine neue Heimat gefunden und feiert 2019 sein 30-jähriges Bestehen.

Weitere Infos zu Kreuth

Rottach-Egern

Rottach-Egern liegt am Südufer des Tegernsees und wurde zuerst von den Mönchen von Tegernsee besiedelt. In deren Gefolge ließen sich im breiten Talboden des Südufers die ersten Bauern nieder. Es muss ein mühsames Geschäft gewesen sein, die von den beiden Zuflüssen Weißach und Rottach geprägte Urlandschaft zu einem kargen Ertrag zu bringen. Nur dort, wo man vor den reißenden Wassern sicher sein konnte, sind nach und nach aus einzelnen Höfen 20 Ortschaften und Weiler hervorgegangen, deren Namen bereits um die Mitte des 13. Jahrhunderts nachweisbar waren. Bei Rottach und Egern handelte es sich, ebenso wie bei den übrigen Ortschaften, um eigene Ansiedlungen. Egern mit der Kirche St. Laurentius war zunächst bedeutsamer und wurde 1187 eigenständige, vom Kloster abhängige Pfarrei.
Mit Beginn der Marienverehrung am Anfang des 17. Jahrhunderts kamen die Wallfahrer in den Ort – hauptsächlich aus der näheren Umgebung, aber auch aus Straubing, Passau, Salzburg und Wien. Seinen Höhepunkt als Wallfahrtsort erlebte Egern beim ersten Säkulum der Wallfahrt, als 1747 an drei Tagen über 4.000 Gläubige die Heiligen Sakramente empfingen. 1803 wurde die Wallfahrt verboten und ist bis heute nicht wieder aufgelebt.
Im 19. Jahrhundert überflügelte Rottach das Dorf Egern. Der Doppelname Rottach-Egern wurde erst 1951 durch ministerielle Verfügung amtlich genehmigt, nachdem die politische Gemeinde bereits über 100 Jahre den Namen Rottach geführt hatte. 1976 wurde Rottach-Egern als Heilklimatischer Kurort anerkannt.