Filialkirche St Quirin, © @ Robert Kiderle/EOM

Filialkirche St. Quirin

Der Legende nach wurden hier um 766-69 die sterblichen Überreste des Heiligen Quirinus auf dem Transport von Rom zum Kloster Tegernsee ein letztes Mal zur Rast abgesetzt. Als man den Schrein wieder anhob, entsprang unter ihm eine Quelle. Die an dieser Stelle errichtete Holzkapelle wurde 1450 von Abt Kaspar Ayndorffer durch einen Steinbau ersetzt. Der Hochaltar von 1638 umfasst eine Statue des Heiligen Quirinus sowie heilige Gefäße und Altarbilder in Öl.

Der gotische schlichte Bau erhielt eine sehr qualitätvolle Ausgestaltung des Frühbarock, von dem auch der Choraltar Zeugnis gibt. Die seitlichen Konsolen tragen Figuren der Apostel Petrus und Paulus, der ursprünglichen Patrone der Klosterkirche. Die Rückseite des Altaraufbaus ist bemalt mit einer ornamental gerahmten Inschrift, die den Heiligen als großen Schutzherrn der Tegernseer und größte Zuflucht der Elenden anruft. Wallfahrer haben hier vielfach ihre Namenszüge hinterlassen. Eine klingende Kostbarkeit ist die großenteils original erhaltene Orgel mit fünf Registern aus dem 17. Jahrhundert. Die Wallfahrtskirche lädt ein zur Rast auf dem Weg nach Tegernsee. Üppiger, weiß gefasster Stuck ziert den kleinen Kirchenraum. Schlierseer Stuckatoren der Familie Zwerger überzogen Wände und Gewölbe mit einer reichen Dekoration an Blüten und Fruchtgirlanden, Muscheln, Akanthus- und Lorbeerblättern, Engelfiguren und den Monogrammen der Namen Jesu und Maria. Die Ornamente sind dabei nur aus Gips, Wasser, Sand und Zuschlagstoffen in Modeln vorgefertigt und an Ort und Stelle versetzt worden. Sie geben ein beeindruckendes, frühes Zeugnis barocker Stuckateurkunst. 

Hl. Quirin

Im Hochaltar steht eine kostbare, barocke Quirinus-Statue. Sie zeigt den Heiligen als einen römischen Kaisersohn in Rüstung, der Krone, Szepter und Reichsapfel trägt, gemäß einer im Mittelalter entstandenen Legende über seine höfische Herkunft. Die schnitztechnische Qualität wird durch die aufwändige Bemalung des 17.Jahrhunderts unterstrichen: Nicht nur ist sein Mantel in Gold und das Mantelfutter mit rotem Lüster auf Silber gefasst, sondern auch sein versilberter Rock mit orangefarbigen Streifen verziert zur Darstellung eines wertvollen Gewandes.

Brunnen

Im Zentrum des hellen Kirchenraums steht der 1679 datierte Rotmarmor-Brunnen, der die alte, weiterhin fließende Quirinus-Quelle einfasst. Eine Statuette des Heiligen bekrönt den schmiedeeisernen Aufbau. Selbst die Seilwinde und der originale, getriebene Kupfereimer sind erhalten und dienen dem Schöpfen des als heilkräftig angesehenen Wassers.

 

Kurzgeschichtlicher Überblick:

Um 800 Überführung der sterblichen Überreste des hl. Quirinus von Rom nach Tegernsee / um 1170 Holzkapelle / um 1430 Steinbau durch Abt Kaspar Ayndorffer / 1474 spätgotischer Altaraufbau von Gabriel Mäleßkircher / 1638 Hochaltar mit Skulptur des hl. Quirinus / 1676 Umgestaltung unter Abt Bernhard Wenzl / 1803 Säkularisation / 2017-2025 Gesamtrestaurierung

 

 

Impressionen

Filialkirche St Quirin, © @ Robert Kiderle/EOM
Filialkirche St Quirin

© @ Robert Kiderle/EOM

StQuirin_innen
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Heiliger Quirin
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StQuirin_aussen
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