Brennerin Textblock 5
In der Traditionsdestillerie Lantenhammer hast du einen hohen Qualitätsanspruch vorgelebt bekommen …
So habe ich es gelernt: dass wir auf Qualität achten! Da hatte ich den besten Ausbildungsbetrieb in der Region. Es macht Spaß, wenn man auf Qualität achtet, deshalb arbeite ich auch weiterhin gern dort.
Du hast dich 2022 parallel zu deiner Arbeit als Destillateurin bei Lantenhammer selbstständig gemacht – wie kam's dazu?
Weil wir zu Hause Landwirtschaft mit der erforderlichen Grundfläche haben – und die vielen Obstbäume. Das ist die Voraussetzung, um die Brenngenehmigung zu bekommen. Da haben wir gesagt: Wenn ich schon Destillateurin gelernt habe, können wir auch eine Abfindungsbrennerei anmelden. Zuerst war die Idee, das hobbymäßig nebenbei zu machen. Aber je mehr ich darüber nachgedacht habe, umso mehr Lust hatte ich, es professioneller aufzuziehen. Mein Arbeitgeber war damit einverstanden – das ist nicht selbstverständlich und ich rechne es ihnen hoch an.
Was sind deine persönlichen Favoriten?
Auf alle Fälle der Gin, der Wacholdergeist, den mag ich sehr gern. Die Klassiker: Zwetschge und Williams. Und die Schlehe.
Schlehen sind schwierig und aufwendig zu sammeln. Schlehenbrand ist darum eine Rarität?
Die Sträucher sind stachelig, das Sammeln ist keine Freude. Pur sind sie ungenießbar, die Schlehe wirkt adstringierend, da zieht es den ganzen Mund zusammen. Erst nach dem ersten Frost kann man sie ernten. Der Steinanteil ist sehr hoch, es gibt wenig Fruchtfleisch, daher dominiert der Steingeschmack und damit der leichte Bittermandelton, der in allem Steinobst steckt. Die Schlehen bekomme ich von Bekannten und der Verwandtschaft, die zu Hause Schlehensträucher haben. Sie geben sie mir gern, bevor die Vögel sie fressen. Dafür bekommen sie dann ein paar Flascherl Schnaps …
Der Sommer am Tegernsee wird fruchtig-frisch …
… mit meinem Tegernseer Aperitif „Sommerfrische“. Das ist ein Aperitif-Likör, den man prima mit Sekt oder Tonic mischen kann. Er ist mit Himbeere und Grapefruit verfeinert und nicht so bitter wie andere Aperitif-Liköre. Man sagt am Tegernsee gern zu den Münchnern: die Sommerfrischler kommen. Und wenn die Kälbchen im Sommer auf die Weide kamen, da hat meine Oma immer gesagt: Die Sommerfrischler stehen wieder draußen. Daher habe ich den Namen für den Aperitif gewählt.





