Dirndlschneiderin Textblock 2

Wann und von wem wird das Dirndl getragen?

Ein Dirndlg’wand können alle Frauen tragen – an schönen Sommertagen im Biergarten ebenso wie auf den Wald- und Seefesten. Das Besondere am sogenannten Tegernseer Dirndl ist der Spenzer mit dem Schößchen. Er hat sich über zweihundert Jahre mit dem liegenden und dem stehenden Schößchen entwickelt. Das Schößchen ist in einer Welle gelegt und steht dann hinten schön über dem Rock, versteift durch eine Einlage aus Rosshaar.

Was ziehst du auf die Waldfeste an?

Ein normales Dirndl. Entweder ein Leibeg’wand, so sagt man zu einem zusammengenähten Dirndl mit einem angeschneiderten Arm und Schürze, oder auch mit einer Bluse. Oder ich ziehe einen Zweiteiler an – einen Spenzer mit Rock, darauf die Schürze. Und dazu ein paar robuste Absatzschuhe.

Was kann man bei dir als Dirndlschneiderin in Auftrag geben?

Hauptsächlich das Tegernseer Dirndl mit Spenzer, Rock und Schürze. Es ist schlicht geschnitten, bekommt einen kurzen Arm, vorn zwei Abnäher und am Rücken die Wiener Naht und meist wird der stehende Schoß gewünscht. Der Rock ist in Falten gelegt und geht übers Knie oder ist knöchellang je nachdem wie die Auftraggeberin das möchte. Darüber kommt eine Schürze. Ich sage meinen Kundinnen, was sie in welchen Mengen brauchen, und sie suchen sich die Stoffe im Stoffladen aus. Gelegentlich nähe ich auch für die Tracht die Weißwäsche, sprich Schmießl, Tuch und Schürze.

Wie lange dauert ein Tegernseer Dirndl etwa von der Bestellung bis zur Fertigstellung?

Mit Besprechung und zwei Anproben sind es knapp 20 Stunden. Wichtig ist: Ich brauche zeitlich einen gewissen Vorlauf. Je eher ich Bescheid weiß, dass ein Dirndl für einen bestimmten Anlass gebraucht wird, umso besser. Im Frühjahr beispielsweise zur Kommunionszeit, wenn alle ein Dirndl brauchen, kann ich nicht alles auf einmal schaffen.