Fakten Kloster Tegernsee

Ort:

Das vielleicht bedeutendste Kloster im alten Bayern wurde im 8. Jahrhundert von den beiden adligen Brüdern Adalbert und Otkar am Ostufer des Tegernsees gegründet. Um die Entstehung und Zerstörung des Klosters ranken sich eigene Sagen. So soll der Sohn des Frankenkönigs Pippin den Sohn des Otkar beim Schachspiel aus Jähzorn erschlagen haben, worauf die beiden Brüder das Kloster gründeten und damit einen ungewollten Krieg vermieden. Auch pilgerten sie nach Rom und brachten die Reliquien des Märtyrers Quirinus (gest. 269) nach Tegernsee. Neben der kulturellen Blüte des Klosters im Hohen Mittelalter als Schreib- und Malschule, als Entstehungs- und Überlieferungsort für literaturgeschichtlich bedeutsame Werke wie den ersten Ritterroman Ruodlieb, das Spiel vom Antichrist (Ludus de Antichristo) und den Tegernseer Liebesgruß („Dû bist mîn, ich bin dîn“) war auch seine politische und wirtschaftliche Stellung entscheidend: Das Reichskloster erhielt kaiserliche Privilegien. Erst die Misswirtschaft, Lockerung der Ordensdisziplin und Kriege führten im 14. Jahrhundert zu einem Niedergang. Die Tegernseer Reform im 15. Jahrhundert, die in Kloster Melk ihren Ausgang nahm und Tegernsee erstmals auch für Bürgerliche öffnete, brachte dann einen Aufschwung, der bis zur Säkularisation 1803 anhielt. Seit dieser Zeit befindet sich das Kloster im Besitz des Hauses Wittelsbach. Die wichtigsten Kunstwerke und einige tausend Bände kamen in staatliche Sammlungen. Das „Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee“ und zwei Gaststätten sorgen für das leibliche Wohl der Besucher. In den 1970er-Jahren erwarb der Freistaat Bayern zwei Trakte des Schlosses für das dort ansässige Gymnasium.

Wegbeschreibung:

Lieberhof – Kloster Tegernsee
Will man nicht denselben Weg zurückgehen, kann man über Lieberhofweg und Max-Josef-Straße die Bahnhofstraße erreichen. In diese biegt man links ab, überquert den Alpbach und läuft hinunter bis zum Museum Tegernseer Tal. Jetzt passiert man die Seestraße und erreicht den Schlossplatz des Klosters.