Haus Göttfried

Restaurant, Café, Pension

Wer im Ortskern von Kreuth so richtig „kreutherisch“ essen möchte, kehrt bei Göttfrieds ein. Die Familie wurde 1781 zum ersten Mal erwähnt – und hat sogar ein eigenes Wappen. Ihr Traditionsgasthaus hat sich im Laufe der Zeit mehrfach gewandelt. Vom Jagdgästehaus zum Postamt, der Pension Leonhardstein und schließlich zum heutigen „Haus Göttfried – Restaurant, Café, Pension“. Marille Göttfried ist die gute Seele des Hauses, unterstützt von Ehemann Klaus Göttfried, dessen Großvater Georg die „Villa Göttfried“ um 1900 erbaute. Wir haben uns bei Marille und Christine Göttfried, Martin Ertl und dem Team des Hauses Appetit geholt und dabei allerhand Erstaunliches erfahren.

Das Haus gleicht einer Zeitkapsel – was wäre das Aufregendste, das es zu erzählen gibt?

Georg Göttfried, der Großvater Klaus Göttfrieds, und herzoglicher Berufsjäger erbaute die „Villa Göttfried“ um 1900. Wie haben wir uns gefreut, als sich die Urkunde der Grundsteinlegung am 22. Mai 1897 bei den Umbauarbeiten 1967 in einer Flasche im Holzfußboden fand! Heute hängt sie im Restaurant – gemeinsam mit vielen historischen Bildern.

Heuer gibt es gleich zwei Jubiläen. Was wird gefeiert?

Wir feiern den 125. Geburtstag des Hauses und zugleich 55 Jahre „Haus Göttfried“ der neuen Generation. Wir fühlen uns der Tradition verpflichtet und das ist es auch, was unsere vielen, langjährigen Gäste schätzen.

Das Haus hat unzählige Stammgäste – Einheimische wie Urlauber. Was finden sie hier?

Zuerst einmal die gemütliche Atmosphäre. Und dann – ganz wichtig – die Vertrautheit, sich wie zu Hause zu fühlen: Wir haben viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die schon seit zwanzig, dreißig Jahren dabei sind und unsere Stammgäste beim Namen kennen. Sie kennen ihre Lieblingsplätze und wissen, was sie gern essen. Und wir haben Stammgäste, die ebenso lange wiederkommen. Manche besuchen uns jedes Jahr drei Wochen lang und buchen vorab ihren Tisch. Alle freuen sich über das gemeinsame Wiedersehen. Wenn das Team überwiegend aus sehr langjährigen Mitarbeitern besteht und alle mit Leidenschaft dabei sind, entsteht über die Jahre eine besondere Art von Vertrautheit.

Was sind die beliebtesten „Göttfried“-Gerichte?

Was bei uns immer geht ist das Wiener Schnitzel, sei es vom Schwein oder Kalb. Auch die Kalbsleber ist ein Renner. Schaschlik gibt es seit der ersten Stunde und wird nach wie vor gern gegessen. Auch der Sennerspieß ist beliebt, der direkt am Tisch flambiert wird. Und dann vor allem unsere Wildgerichte: Wir haben Hirschbraten, -goulasch und -steak auf der Karte. Das Wild beziehen wir ganzjährig schussfrisch von der Kreuther Jagd. Großvater Georg, der herzogliche Berufsjäger, hätte daran sicher seine Freude. Aber unser absoluter Top Renner ist der Kaiserschmarrn.

Gibt’s auch typische „Bergsteigergerichte“?

Bergsteiger und Wanderer, das ist unsere Erfahrung, schätzen generell die gutbürgerliche Küche. Dazu gehören beispielsweise auch unser Holzfällersteak oder die Krautwickel, der Schweinsbraten und Spinatknödel. 

Wer kocht?

Im Jahr 1997 stieß Neffe Martin Ertl als ausgebildeter Gastrofachmann zum Team. Seitdem bringt er in der Küche die bayerischen und gutbürgerlichen Schmankerl auf die Teller. Seit 26 Jahren ist er dabei und nicht mehr wegzudenken aus der Küche. Auch da schätzen unsere Stammgäste die Kontinuität – und wissen: Ihr Lieblingsgericht ist immer von gleicher Qualität. Aber bei uns funktioniert das Ganze nur, weil wir so ein tolles Team sind.

Während Corona habt ihr euch mit Kuchen bei den Stammgästen bedankt?

Die hausgemachten Kuchen nach alten Rezepten sind seit etwa fünfzig Jahren bei uns legendär. Nicht selten kommen Gäste extra ihretwegen aus Bad Wiessee oder Gmund. Doch dann kam Corona und an einem Freitag schließlich das Aus für die Gastronomie. Dann haben wir übers Wochenende zu dritt entschieden, dass wir „Essen to Go“ machen und Montag wieder aufgesperrt. Man glaubt gar nicht, was man alles mitnehmen kann – sogar Kaiserschmarrn geht „to Go“! Bei jedem abgeholten Essen haben wir ein Stück Kuchen mitgegeben. Das war unser Dankeschön an die Stammgäste. Und das behalten wir weiterhin bei.

Euer Haus ist barrierefrei?

Christine gehört zur operativen Führungsmannschaft des Hauses. Sie hat ehrenamtlich den „Göttfried Inklusions Skicup“ ins Leben gerufen und ist die Senioren- und Behindertenbeauftragte der Gemeinde Kreuth. Es versteht sich von selbst, dass das Haus Göttfried barrierefrei ist. Das Restaurant ist über zwei Rampen erreichbar. Und wir haben ein komplett barrierefreies Zimmer, das auch sehr gut angenommen wird.

Kreuth ist seit 2018 „Bergsteigerdorf“ – was bedeutet das für das Haus Göttfried?

Insgesamt haben wir zehn Zimmer, mit Zustell- und Kinderbetten in den Familienzimmern können wir 25 Gäste beherbergen. Seit der Zertifizierung zum Bergsteigerdorf haben wir viele Anfragen für die Alpenüberquerung, die wir gar nicht alle bewältigen können. Aber in Kreuth sind wir gut vernetzt und können uns die Gäste gegenseitig vermitteln, wenn ein Haus mal voll ist. Wir sehen einander nicht als Konkurrenz, sondern als Kollegen – egal ob es Gaststätten oder Pensionen sind. Man hilft sich gegenseitig, weil das Dorf eine Gemeinschaft ist. Das gilt auch für das Vereinsleben. Jeder kennt jeden und jeder hilft jedem: Das kleine Kreuth hilft zusammen.

Wenn Gäste nach einem Ausflugstipp fragen, was empfehlt ihr?

Kommt darauf an, wie anspruchsvoll sie unterwegs sein wollen: Siebenhütten, Königsalm, Schwarzentenn, Hirschberg, Wallberg – die Berge sind so vielfältig. Wenn jemand nur einen Spaziergang machen will, empfehlen wir die Fischzucht oder wenn es eine längere Wanderung sein soll, beispielsweise Ross- und Buchstein. In Kreuth kann man zu vielen Wanderungen, Spaziergängen und Ausflügen mitten im Ort aufbrechen. Im Winter geht man von hier nur über die Weißachbrücke und drüben beginnt die Langlaufloipe – in beide Richtungen, Ringsee und Glashütte.
 

Wo zieht es euch persönlich in der Freizeit hin?

Gastronomie ist eine Leidenschaft. Wenn man es mit Herzblut macht, hat man nicht so viel Freizeit für längere Ausflüge. Umso mehr schätzt man, was man vor der Haustür hat. Martin geht gern mit dem Hund auf den Hirschberg oder auf Ross- und Buchstein: Wenn man morgens um fünf startet, steht man halb sieben auf dem Wallberggipfel, das ist ein großartiges Gefühl. Am Ruhetag machen Mutter Marille und Tochter Christine gern einen Ausflug nach Siebenhütten oder zur Schwaigeralm, wo man gut mit dem Rollstuhl hinfahren kann.

Das Motto im Haus Göttfried:

Wir sind zufrieden, wenn die Gäste zufrieden sind und gerne wiederkommen. Und wenn die Gäste wiederkommen, ist das unser höchstes Lob.

Das Gasthaus im Ortszentrum bietet gutbürgerliche Küche mit zahlreichen Grill- und Wildspezialitäten, täglichen Fischgerichten, wie Saiblinge und Forellen aus Wildbad Kreuth, und hausgemachten Kuchen. Es gibt einen schönen, großen Cafégarten, Rollstuhlrampen zum Restaurant und einen Parkplatz direkt am Haus.


Südl. Hauptstr. 2, 83708 Kreuth, Tel. +49 8029 293, www.hausgoettfried.de