Oimara Textblock 2
Noch mal einen Schritt zurück: Wie fing alles an, mit der Gitarre auf der Hafner Alm…
Irgendwann habe ich von meinem Papa zum Geburtstag eine E-Gitarre bekommen und habe angefangen, mir selbst das Gitarrenspielen beizubringen. Von dem Geld, das ich zur Konfirmation bekommen habe, habe ich mir die nächste Gitarre gekauft. Ich habe mich in mein Zimmer gehockt und mir die Sachen allein angeeignet, beispielsweise irgendwelche Blues-Soli von Metallica herausgehört und nachgespielt. Ich habe einfach ohne Plan drauflosgespielt. Das hat sich dann über die Jahre entwickelt.
Und da hattest du auch gleich Publikum in eurer Wirtschaft?
Auf der Alm oben, da habe ich nur für mich in meinem Zimmer gespielt, abends, wenn die Arbeit getan war. Aber vors Publikum zu gehen habe ich mich damals nicht getraut – und es fällt mir ja bis heute schwer. Irgendwann, nach dem einen oder anderen netten Arschtritt meiner Eltern, habe ich mich manchmal runtergehockt zu den Gästen und etwas gespielt. So haben sich die ersten Türchen geöffnet.
Dein erster großer Erfolg, „Bierle in da Sun“, war ursprünglich ein Handy-Video, das du auf YouTube gestellt hast…
Das war ein Song, der kam einfach so aus dem Bauch heraus – und das sind meistens die besten Songs. Ich hab auf meinem Bett gehockt, ein kleines Bierle getrunken und auf der Gitarre gespielt, und dieser Song war einfach da, ich habe überhaupt nicht überlegen müssen. Dann habe ich mit meinem besten Freund ein Video davon gedreht. Wir haben es hochgestellt und für damalige Verhältnisse ist das viral gegangen… Es hatte etwa 1,7 Millionen Klicks.
Der Song war der Grundstein für die erste CD im Jahr 2018. Darauf war auch der Song „Hiatabua“ –Hirtenjunge … Wie schaust du heute rückblickend auf den Bua von der Hafner Alm?
Ich würde ihm nicht verraten, was passiert! Wenn man weiß, was passiert, was für Hürden auf einen zukommen, dann würde man das vielleicht nicht durchziehen. Deshalb würde ich meinem jüngeren Ich nichts verraten. Ich würde nur sagen: Mach einfach das, was du dir so denkst.
Es stecken viele Geschichten um den Tegernsee in deinen Songs. Was ist der Tegernsee für dich? Und was bedeutet Heimat…?
Der Tegernsee bedeutet klar die Heimat für mich. Ich weiß das immer mehr zu schätzen, seit ich so viel unterwegs bin. Deswegen liebe ich es zurückzukommen, und checke noch mehr, wie wunderschön es bei uns ist und wie kitschig zugleich. Das Coolste ist, hier alle Leute zu kennen. Mit 18, 20 Jahren weiß man noch gar nicht so recht, was das bedeutet. Aber das ist eigentlich das Allergeilste an Heimat.





