Oimara Textblock 5
Wie war das, auf dem Festival hier am Tegernsee zu spielen?
Das war ein überragendes Gefühl, denn das war das erste moderne Mundart-Festival am Tegernsee. Am Ende waren knapp 6.000 Leute da – aber ich hatte ein Jahr lang zuvor Lampenfieber. Weil, wenn du sowas auf die Spur bringst, fragst du dich auch: Wie kommt das an? Gerade daheim ist der Druck gleich dreimal so hoch. Kommen genügend Leute? …sowas geht einem alles durch den Kopf. Am Ende war es ein unglaublich geiler Tag, der absolute Wahnsinn. Die Idee gab es mit Michael Käfer schon länger, aber ich war nicht so sicher, ob ich dazu den Arsch in der Hos‘n hab. Schließlich haben wir gesagt, wir machen es. Als wir mit der Planung anfingen und selbst, als schon die Hälfte der Karten weg waren, war der Erfolg vom „Wackelkontakt“ noch nicht absehbar. Und dann hat es richtig eingeschlagen.
Wird es eine Fortsetzung geben?
Ja, aber wahrscheinlich erst 2027.
Wackelkontakt, Zebrastreifenpferd, Huhnwalk – du hast offensichtlich viel Spaß an Wortspielerei und Sprachakrobatik?
Ich hatte schon immer Spaß an Deutsch und Grammatik. Viele haben das in der Schule gehasst, aber mir hat sich das leicht erschlossen und ich habe schon früh gedichtet und gereimt. Vielleicht liegt diese Schmarrnkübel-Mentalität so ein bisschen in den Genen. Mein Opa mütterlicherseits war auch so drauf, der hat immer seinen Wortwitz versprüht.
Steckt da auch ein wenig drin, sich selbst und die Welt nicht immer ganz ernst zu nehmen?
Das tu ich sowieso nicht. Ich hatte schon immer ein Faible dafür, manche Sachen ins Lächerliche zu ziehen oder nicht ganz so ernst zu nehmen. Es gibt viel zu viele Leute, die sich zu ernst und zu wichtig nehmen.
Jetzt hast du nach dem unglaublichen Erfolg von „Wackelkontakt“ eine turbulente Konzerttournee quer durch Europa hinter dir. Was waren deine Highlights?
Schwierig, weil so unglaublich viel passiert ist – ein Highlight ist aufs andere gefolgt. Das Frequency-Festival in Pölten war mein bis dahin größter Solo-Auftritt. Ich stand vor etwa 30.000 Leuten allein auf der Bühne, ohne Band. Und dann beim Glücksgefühle-Festival mit DJ Steve Aoki – das war richtig krass, dass einer der berühmtesten DJs der Welt einfach den Song geremixed hat! Losgegangen ist der ganze Wahnsinn, als ich von der Zarella Show mit dem Helikopter zur Ski-WM geflogen bin. Das war auch ein krasses Gefühl, in der Skieinfahrt zustehen und alle singen den Song mit! Und als ich zum ersten Mal den Nr. 1 Award in der Hand hatte, das war auch so einen Moment, den ich nie vergessen werde. So ziemlich genau am 1.1.2025 hat der Wackelwahnsinn angefangen und endet am 31.12. mit Platin – einfach nur brutal.
Wie geht’s weiter?
Erstmal nehme ich mir wieder Zeit und mache ganz planlos, worauf ich Bock habe. Dann konzentriere ich mich auf eine neue Live-Show für 2026. Wieder mehr Songs zu schreiben, dafür will ich mir Zeit nehmen. Ein großes Highlight wird das Tollwood-Festival in München sein, und dann sind noch 30 weitere Konzerte in Planung.
Es ist schon ein paar Jahre her, da hast du für die Urlaubsregion DER TEGERNSEE einen Song komponiert: „So schmeckt der Tegernsee“. Wie schmeckt denn der Tegernsee?
Der Tegernsee ist kulinarisch ein Schmelztiegel aus der traditionellen Küche, wo das Bier nicht nur ein Beigetränk ist, sondern auch als Rezeptzutat eine große Rolle spielt, und der internationalen Küche. … weil der Tegernsee ein reicher und kosmopolitischer Ort ist, an den viele Menschen aus der ganzen Welt kommen. Auch aus der Sternegastronomie kommen internationale Einflüsse. Ich würde es so zusammenfassen: als hochwertige traditionelle bayerische Crossover-Küche. Natürlich spielen auch der See und die Fischzucht eine große Rolle in der Gastronomie.
Hier geht es zum Video: So schmeckt der Tegernsee
Du kennst dich damit aus, schließlich bist du auf einem Berggasthof aufgewachsen und hast eine Ausbildung als Koch gemacht… Hast du noch Zeit und Lust, manchmal zu kochen?
Wenn ich daheim bin, koche ich total gern – nur momentan leider kaum. Meine persönliche Küche, sollte ich mir doch eines Tages den Wunsch erfüllen und ein Restaurant aufmachen, wäre die mediterran-alpine Küche. Die Idee mit dem eigenen Restaurant ist nie ganz verloren gegangen.
Das Kulinarische schlägt sich auch immer wieder in deinen Songs nieder…
Ich bin in einer Wirtschaft aufgewachsen und mein Herz schlägt noch immer sehr für Gastronomie und Kulinarik. Viele meiner Freunde sind Wirte, das ist nach wie vor meine Welt.
So ein intensives Konzertjahr beflügelt, aber zehrt auch an den Kräften… Wie tankst du deine Batterie wieder auf?
Gerade gelingt mir das gar nicht, weil noch immer ein Termin den anderen jagt. Aber ich habe einen neuen Lieblingssport gefunden: Tennis. Ich hätte nie gedacht, dass mir das so großen Spaß machen würde. Gerade komme ich leider nicht dazu, neue Sachen zu kreieren. Aber wenn ich mal wieder weiß, dass ich mich zwei, drei Wochen in meinem Studio einschließen und einfach nur Musik machen kann, dann schalte ich auch recht gut ab.





