Toni Wackersberger Textblock 4
Manchmal kommt es auch zu kuriosen Begegnungen?
Auf dem Weg zum Risserkogel sagte mal eine Frau, sie wollte schon auf den Berg gehen, aber nicht über Steine! Dann habe ich gelacht und gesagt: Wenn man bei uns in die Berge geht, dann muss man auch über Steine gehen. Wir haben sie dann an einer schönen Stelle an einem Jagerhäusl zum Ausruhen zurückgelassen und auf dem Rückweg wieder abgeholt. Inzwischen hatte sie Blumen fotografiert und war ganz erfreut, uns ein Edelweiß zu zeigen. Das hat mich schon gewundert, aber auf dem Foto war es dann eine Silberdistel.
Die Ideen gehen dir nicht aus. Was planst du als nächstes?
Ich habe die Idee von einer Wanderung mit anschließender Lesung mit Geschichten von unseren heimischen Schriftstellern und Poeten. Im Rottacher Kurpark stehen neben Ludwig Thomas Bronzefigur der Heimatschriftsteller Ludwig Ganghofer und der Startenor Leo Slezak, der auch humorvolle Anekdoten geschrieben und Bücher veröffentlich hat. Und in Kreuth am „Künstlerstoa“ im Kurpark finden sich weitere acht Künstler und Schriftsteller… Da gibt es noch viel zu Entdecken.
Fast schon legendär sind deine Adventslesungen…
Traditionell lese ich im Berggasthaus Galaun am Riederstein in der Vorweihnachtszeit heiter-besinnliche Adventsgeschichten. Und am vierten Advent gibt’s immer die „Heilige Nacht“ von Ludwig Thoma, musikalisch begleitet, denn sie wurde vertont. In der Wirtsstube brennt dann gemütlich das Holz im Kachelofen und nach der Lesung gehen wir alle zusammen wieder hinab ins Tal. Ich sage immer: Was gibt es Schöneres für den Leser, als wenn man in der Tuften unweit von Ludwig Thomas Haus startet und hinauf geht in sein ehemaliges Jagdgebiet? Dort oben ist ihm beim Abstieg vom Baumgarten der Anfang der „Heiligen Nacht“ eingefallen: „Im Wald is so staad, alle Weg‘ san vawaht…“ Da ist man dem Schriftsteller und seinen Geschichten ganz nah.
Die Wackersberger Familie macht auch musikalisch von sich reden… Inwiefern?
Angefangen haben wir zu dritt – die Geschwister Wackersberger. Heute spielen auch die Nichten und Neffen mit. Ich habe Zither gespielt. Seitdem ich mit den Lesungen angefangen habe, spiele ich allerdings kein Instrument mehr. Die Familie ist aber oft als musikalische Begleitung dabei. Die „Wackersberger Familienmusi“ feiert bereits ihr 60-jähriges Jubiläum.





