Winkler Textblock 2
Verena, was meinst du dazu?
Wenn man selbst mit den Händen etwas macht, das hat eine ganz andere Zufriedenheit. Man sieht ein Ergebnis. Als ich als Maßschneiderin in Paris an der Oper gearbeitet habe, habe ich am Ende die Stücke auf der Bühne gesehen. Hier sind wir glücklich, wenn unsere Kunden zufrieden sind und sagen: „Das ist wie eine zweite Haut, das passt so gut. Das ist das Lieblingsstück!“ Meine kleine Tochter Astrid ist jetzt als Baby schon mit im Atelier dabei, wie auch wir von klein an dabei waren und hineingewachsen sind.
Josef, was bedeutet es für dich, im Familienbetrieb zu arbeiten?
Wenn man im Sommer auf einem der Waldfeste ist, und sieht: Die Joppe habe ich gemacht! …das ist einfach ein zufriedenes Gefühl. Am Anfang war ich immer verwundert, wie die Mama eine Winkler-Joppe aus der Ferne erkennt, aber man entwickelt einen Blick dafür. Natürlich könnte man auch sagen, wir sind hier „hinten“ in Kreuth die Dorfschneider, so kurz vor der Grenze zu Österreich, aber zu uns kommt eben die Welt heraus…
Was wird noch so gemacht wie damals, was hat sich verändert?
Warum sollte man an unserer Arbeitsweise viel verändern? Das meiste hat sich bewährt! Wir haben eine uralte, halbautomatische englische Knopflochmaschine für schwere Mäntel. Beim Sakko nähen wir die Knopflöcher von Hand. Verena arbeitet immer wieder in der Herrenabteilung der Pariser Oper für Solisten und Chor. In diesem internationalen Schneideralteier auf hohem Niveau sieht man immer wieder etwas, das einfacher geht, das fließt dann zu Hause ein, wenn es unserer Philosophie entspricht. Außerdem verwenden wir neben Loden als klassischem Joppenstoff auch leichtere und feinere Stoffe.





