Winkler Textblock 6
Was ist bei der Herrenschneiderei anders als bei der Damenschneiderei?
Der Herrenschneider macht wenig Abnäher, er „dressiert“ stattdessen. Das bedeutet, die Form kommt am Bügeltisch mit Dampf durch Zug und Einhalten zustande, nicht durch Abnäher. Außerdem benutzen wir einen Plaque aus Rosshaar, in den die Abnäher eingearbeitet werden. Durch die Bügeldressur bleibt die Form. Durch Pikieren werden die zwei Lagen – Wollwattierung und Plaque –miteinander verbunden. Bei den Jacken von der Stange hängt das Innenfutter lose innen herum und reißt bald aus, das gibt es bei uns nicht. Alles ist unsichtbar und dauerhaft von Hand fixiert.
Was können die Kunden und Kundinnen im Maßatelier Winkler alles anfertigen lassen?
Die Tegernseer Joppen sind unsere Spezialität und werden am häufigsten in Auftrag gegeben – von Herren wie Damen. Wir machen außerdem klassische, dreiteilige Herrenanzüge und Damenkostüme sowie Herren- und Damenmäntel. Die Maßanfertigungen für Damen erfolgen immer in der Art der Herrenverarbeitung.
Kleider machen Leute. Kürzlich hat der bekannte Modekritiker Derek Guy die Stilsicherheit deutscher Politiker unter die Lupe genommen. Heraus kam, dass sie zwar oft Markenanzüge tragen, aber die Passform nicht stimmt…
Man spart mit Konfektionsware oft an der falschen Stelle. Selbst teure Markenware passt nicht wie maßgeschneidert. Daher würde es sich – abgesehen vom Tragekomfort – immer lohnen, sich etwas auf den Leib schneidern zu lassen. Wir hören das oft: „Noch nie hat mir zuvor eine Hose oder ein Sakko so gut gepasst!“ Es ist zwar teuer, aber es lohnt sich auf lange Sicht. Und außerdem sind unsere Schnitte klassisch zeitlos.





