Andi Götschl Textblock 5
Nach der Landung gibt es eine Ballontaufe mit Champagner?
Der Brauch kommt daher: Früher war Ballonfahren nur Adeligen gestattet, also werden heute die Passagiere nach der Fahrt mit der Taufe in den Adelsstand der Ballonfahrer erhoben. Den langen Adelstitel den muss man sich natürlich merken und auf Nachfrage auswendig wissen, sonst kostet es eine Flasche.
Also wenn man den Taufnamen vergisst oder „fliegen“ statt „fahren“ sagt, passiert … was genau?
Es kostet eigentlich immer alles eine Flasche, wenn man dabei ertappt wird! (lacht) Schampus natürlich.
Wer bucht bei euch eine Ballonfahrt?
Das ist ganz gemischt. Von den Einheimischen war fast schon jeder mal mit uns in der Luft, weil es so schön ist, die Heimat von oben zu sehen. Dann haben wir viele Urlaubsgäste, auch Firmenausflüge werden gebucht und so mancher Heiratsantrag an Bord gemacht. Auch vom Alter ist alles dabei. Es ist ein tolles Erlebnis für jeden, egal, ob man sich das selbst leistet, geschenkt bekommt oder weiter verschenkt. Wir sagen immer: Eine Ballonfahrt ist ein himmlisches Geschenk.
Gehört Ballonfahren zu den sicheren Freizeitsportarten?
Auf jeden Fall! Um genau zu sein: zu den sichersten Fortbewegungsmitteln in der Luft. Das kann sich jeder trauen.
Ballonfahren gehört zu den Natursportarten. Was genau ist der sportliche Part? Man fährt doch eigentlich bloß und schaut …
Das Sportlichste ist tatsächlich das Aus- und Einpacken des Ballons, des Korbs und ganzen Equipments. Und für den Piloten ist Ballonfahren auf jeden Fall ein Denksport. Man muss schon sehr konzentriert sein und viele Parameter gleichzeitig berücksichtigen. Es gibt keine andere Sportart, bei der man so sehr mit dem Wetter arbeiten muss. Wetterwissen ist sogar der wichtigste Teil der Pilotenausbildung. Und die Passagiere müssen zumindest so sportlich sein, dass sie in den Korb hineinklettern können. Aber mittlerweile ist auch das keine Hürde mehr, wir haben sogar einen Ballonkorb mit Tür.
Der ist zur Jubiläums-Montgolfiade 2020 eingeweiht worden und war damals der zweite behindertengerechte Heißluftballon in Deutschland überhaupt …
In diesem Ballonkorb können bis zu zwölf Passagiere mitfahren. Aber das Besondere ist der rollstuhlfahrergerechte Sitz, der auch hoch genug ist, dass man sitzend über den Korbrand hinausschauen kann. Christine Göttfried aus Kreuth hat ihn eingeweiht und hatte jede Menge Spaß dabei. Stell dir vor, du bist immer an den Rollstuhl gefesselt und auf einmal kannst du Heißluftballon fahren und siehst die Welt von oben…





