Jürgen Welter Textblock 3
Malerei und Fußball – eine Wechselwirkung?
Beides hat nichts miteinander zu tun. Und doch sind es zwei Teile von mir, die ich gerne mache. Seit zwanzig Jahren trainiere ich: beginnend mit meinem kleinen, damals vierjährigen Sohn, seit zehn Jahren als Trainer in Bad Wiessee. Als Maler und Künstler male ich abgeschottet, in einer bewussten Isolation. Fußball ist das komplette Gegenteil, ebenso wie meine Malkurse für Kinder und Erwachsene. Da hole ich die Leute wieder herein, das ist etwas sehr Kommunikatives – auch in der Verantwortung des Trainers oder Kunstseminarleiters. Ein schöner Ausgleich.
Du lebst seit 20 Jahren am Tegernsee, was macht das mit deiner Kunst?
Ich lebe als Künstler in erster Linie in meiner eigenen Welt, ob am Tegernsee oder am Nordpol. Hergekommen bin ich aus Zufall – wenn es den Zufall gibt. Angekommen bin ich immer wieder nur bei mir selbst. Die Landschaft ist es, die immer wieder in meine Bilder fließt. Hier sind es die hohen Berge, neben denen man sich klein fühlt. Die Berge setzen Grenzen, das macht etwas mit der Malerei, von der Farbgebung angefangen.
Alles fließt?
Vielleicht ist es etwas Unbewusstes: das stetige Rauschen und Fließen des Alpbaches hinter meinem Atelier und meine Arbeit, die auch ein stetiges Fließen ist. Es ist ein Irrglaube, das Kreative von der Muse geküsst werden. Die meisten erfolgreichen Künstler sind extrem disziplinierte Arbeiter. Produktiv zu sein bedeutet, einem disziplinierten Rhythmus zu folgen, den man tagtäglich anwendet.
Hast du einen Lieblingsplatz am Tegernsee?
Nicht nur einen, ganz viele. Und eine Lieblingszeit: Wenn es richtig schneit, dann bin ich am liebsten zu Fuß draußen unterwegs. Die Landschaft ist dann so verklärt, wenn man vieles nicht mehr ganz klarsieht, sondern nur noch schemenhaft, und sich richtig viel vorstellen muss und darf und kann.
Was empfiehlst du einem Freund, der dich besucht?
Er soll sich Zeit nehmen, abseits der Rushhours und Touristenströme in die Berge zu gehen. Die Königsalm ist so ein Platz, wo ich jeden gern hinschicke. Ich selbst gehe selten die normalen Wege, meist querfeldein. Von allen Seiten gibt es schöne Ein- und Ausblicke in und auf die Berge und aus den Bergen ins Tal.
Dein Lebensmotto:
Machen.
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Besuch bei Jürgen Welker: Atelierbesuch & Malkurse





