Tegernseer Hütte Textblock 3

Wer sind eure Übernachtungsgäste?

Uns ist wichtig, dass wir einen Querschnitt durch die Gesellschaft hier haben. Das Bergsteigen und Hüttenübernachtungen sollten nicht exklusiv werden, wie beispielsweise in der Schweiz. Wir möchten, dass auch finanzschwächere Leute es sich leisten können, auf einer Berghütte zu übernachten. Preislich sind wir noch im Rahmen.

Familien mit Kindern sind herzlich willkommen auf der Tegernseer Hütte, auch im Matratzenlager…

Unser Ansatz ist, entsprechend der Kleinheit der Hütte eine familiäre Atmosphäre zu schaffen. Es ist immer toll – da spielt einer Klavier, dort wuseln ein paar Kinder rum und alle sind gut drauf. Oder einer sitzt im Eck und liest ein Buch oder spielt auf der Gitarre – wie die Leute sich eben wohlfühlen. Manchmal bekommen wir vorsichtige Anfragen, ob die Übernachtung mit kleinen Kindern möglich ist. Der eine schnarcht laut und Kinder sind vielleicht auch mal laut, das ist doch egal! Die Kinder lieben unser Hüpfeinhorn und die Holzeisenbahn. Manchmal sind die erst schüchtern, dann trauen sie sich in die Küche und wollen beim Abtrocknen helfen. Wir haben Kinder jeden Alters hier, angefangen mit Kleinkindern in der Kraxe.

Die idealen Gäste würden es sich bei euch entspannt gut gehen lassen?

Ja. Und auch respektvoll uns gegenüber sein, das ist uns wichtig. Wir laden die Leute ein, mit uns hier zu wohnen und dann möchten wir auch, dass sie die wenigen Regeln, die es gibt, befolgen. Es gibt andere Hütten, die eher darauf ausgelegt sind, Party zu machen. Das sind wir hier nicht und das bitten wir auch zu respektieren. Wenn dann Sebastian beispielsweise mit den Leuten vernünftig redet, geht das auch klar. Wenn die Leute sich wohlfühlen, dann ist es auch für uns entspannt.

Was sind die drei wichtigsten Regeln?

Hüttenruhe wird eingehalten.
Wo „privat“ draufsteht, ist privat.
Das Klopapier kommt ins Klo und nirgendwo anders hin.

Auch bei Kletterern ist die Tegernseer Hütte sehr beliebt...

Es gibt etwa 100 Routen – an der Süd-, West- und Nordwand vom Buchstein, an der Roßstein-Südwestwand und die Roßsteinnadel von allen Seiten. Bei uns übernachten oft Kletterer, die sich die Routen zwei Tage lang vornehmen. Sehr beliebt ist die ‚Südwand Schmankerl‘ am Buchstein, eine VI- mit fünf Seillängen, eine schöne Genusstour durch die Wand. Andi hat ein paar Routen eingebaut und ab und zu gelingt es ihm zu klettern, wenn Zeit dazu ist. Für geübte Kletterer ist der Buchsteingipfel leicht erreichbar, für Kletterungeübte aber nicht ungefährlich – vor allem wieder herunterzukommen, es ist eine ungesicherte II. Die östliche Seite vom Buchstein wird der Natur überlassen.