Gesundheit Nordik Walking, © Hansi Heckmair

Die Kur

Ambulante Vorsorgeleitsung am Tegernsee

Die Kur ist eine perfekte Möglichkeit, sich eine Auszeit zu nehmen und der eigenen Gesundheit etwas Gutes zu tun. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts „kurten“ Adel und Berühmtheiten am Tegernsee.

Doch im Lauf der Zeit haben sich die Rahmenbedingungen für einen Kurantrag geändert. Heute heißt die „Kur“ eigentlich „ambulante Vorsorgeleistung“. Denn die Maßnahmen werden ambulant, sprich nicht in einer Klinik wohnend, und zur Gesundheitsvorsorge bei bereits auftretenden oder noch nicht vorhandenen Gesundheitsproblemen verschrieben.

Was ist die „Ambulante Vorsorgeleistung“ oder „Kur“?

Bei dieser Gesundheitsmaßnahme steht die Vorsorge im Fokus – wie der Name schon sagt. Die dabei vorgenommenen individuell abgestimmten medizinisch-therapeutische Maßnahmen dienen somit dazu, einer möglichen Beschwerde vorzubeugen oder sie im Keim abzuwenden. Die Besonderheit dabei ist der Ortswechsel: abseits vom Alltagsstress und der eigenen Umgebung, sind die Anwendungen besonders erfolgreich.

Die Unterbringung ist dabei aber nicht in einer Klinik, sondern bei einem Gastgeber der eigenen Wahl. Somit werden die Maßnahmen „ambulant“ abgegeben und von einem lokalen Kurarzt verschrieben. Eine weitere Besonderheit der Kur ist, dass dabei auch natürliche, regionale Heilmittel genutzt werden können: wie das Jod-Schwefelwasser (Badekur) in Bad Wiessee oder das Heilklima in Tegernsee, Rottach-Egern oder Kreuth (Klimakur).

Wie funktioniert die „Ambulante Vorsorgeleistung“ oder „Kur“?

Zuerst steht der Gang zum eigenen Hausarzt: Die potenziellen, beginnenden oder behandelbaren Beschwerden müssen festgestellt werden. Der Hausarzt beantragt die „ambulante Vorsorgeleistung“ bei den Kostenträgern bzw. der Krankenkasse. Übrigens wird ein Großteil der Anträge zunächst abgelehnt – Hartnäckigkeit zahlt sich hier aus.

Gemeinsam mit dem Hausarzt werden die Möglichkeiten für eine erfolgreiche Kur sowie die Regionen besprochen: Welche Fachrichtung, Heilmittel, klimatischen Voraussetzungen oder persönlichen Bedürfnisse gibt es?

Bei der Durchführung im Kurort unterstützt ein Kurarzt (oder Badearzt) die Umsetzung: Vorab werden mögliche Therapieformen, Heilmittel und Leistungspartner besprochen, damit schon erste Termine vereinbart werden können.

Hierunter fallen beispielsweise manuelle Therapien, Physiotherapien, Bewegungstherapie oder regionale Heilmittel. Der Kurarzt ist es auch, der die Rezepte für die jeweiligen Maßnahmen ausstellt. In der Regel dauert eine Kur 3 Wochen, wobei es auch Kurz- oder Auffrischungs-Formate gibt. Je länger, desto nachhaltiger ist der Erfolg.

Welche Formen der „Ambulante Vorsorgeleistung“ oder „Kur“ gibt es?

Je nach persönlichen und gesundheitlichen Bedürfnissen gestaltet sich auch die Kurform. Denn die Maßnahmen werden mit dem Hausarzt, dem Kurarzt und den Therapeuten individuell festgelegt.

In einigen Kurorten gibt es zudem natürliche lokale Heilmittel, die in die Kur eingebunden werden können. Dabei kann man zwischen Moor, Sole, Klima oder Heilwasser unterscheiden. Jedes regionale Heilmittel ist einzigartig und hat eigene Anwendungsspezifika zur Unterstützung der Gesundheit.

 Am Tegernsee gibt es 3 Heilklimatische Kurorte (Kreuth, Rottach-Egern, Tegernsee), bei denen eine Klimakur umgesetzt werden kann. Zudem ein Heilbad (Bad Wiessee), das mit Deutschlands stärkstem Jod-Schwefelwasser eine Badekur ermöglicht.

Je nach individuellen Bedürfnissen stimmt der Kurarzt medizinisch-therapeutische Maßnahmen sowie Anwendungen mit regionalen Heilmitteln individuell ab.

Was ist eine „Klimakur“?

Bei einer „Klimakur“ werden die lokalen klimatischen Bedingungen für die Gesundheit eingesetzt. Damit unterstützt das zertifizierte Heilklima in den Heilklimatischen Kurorten Kreuth, Rottach-Egern und Tegernsee beim Aufbautraining, bei ganzheitlicher Erholung und Genesung zielgerichtet: Ob bei einer allgemeinen Gesundheitsvorsorge, zur Stärkung des Herz-Kreislaufsystems, des Immunsystems, der Atemwege oder Unterstützung individueller Genesungsprozesse.

Im Rahmen der Klimakur werden die regionalen Reize von Kurärzten individuell abgestimmt: in den Waldgebieten der Voralpen ist das Klima besonders reizarm und mild, in den oberen Gebirgslagen ist es dank der hohen Sonneneinstrahlung optimal für Sonnenlichttherapie und in den Hochgebirgslagen entlastet die reine Luft das Atemsystem.

Elemente der Klima- und Badekur können dabei auch kombiniert werden.
Dabei ist stets die angepasste Bewegung in der Natur wesentlicher Bestandteil, der selbstständig oder unter Betreuung von Klimatherapeuten oder Wald-Gesundheitstrainern umgesetzt wird. Die 18 ausgewiesenen Terrainkurwege im Tegernseer Tal bieten beste Voraussetzungen für eine angepasste Bewegung. Denn alle Strecken sind vom Deutschen Wetterdienst leistungsphysiologisch und bioklimatisch klassifiziert.

Übrigens bietet Nordic Walking die optimal Bewegungsform zur Nutzung der Terrainkurwege im Rahmen der Klimakur. Daher sind sie zudem vom Deutschen Skiverband als Nordic Walking Strecken klassifiziert.

Was ist eine „Badekur“?

Die „Badekur“ nutzt die natürlichen Elemente von Heilwasser zur Gesundheitsförderung, Regeneration und Genesung. In Bad Wiessee befinden sich Deutschlands stärkste Jod-Schwefelquellen, die bereits seit über 100 Jahren Anwendung finden. Jod ist wichtig für einen gesunden Stoffwechsel und stabilen Kreislauf, Schwefel wirkt entzündungshemmend und schmerzlindernd. Doch die außergewöhnlich starke Kombination beider Elemente ist ein besonderes Heilmittle der Natur: Es wirkt auch entspannend auf die Muskulatur, entsäuernd für den Körper, blutdruckregulierend, regeneriert die Haut und die Atemwege, verjüngt und stärkt die Immunabwehr, lindert Augenbeschwerden und Allergien.

Bei der herkömmlichen Badekur wird im Heilwasser gebadet. Im modernen Badehaus des Jod-Schwefelbads Bad Wiessee geschieht dies unter persönlicher Betreuung einer Badefrau in der eigenen Badekabine: 20 Minuten wird gebadet, dann 20 Minuten nachgeruht. Zudem wird das Wasser aber auch in Form von Sprühbädern, Augenbädern und Inhalationen abgegeben.

Massagen, Bewegungseinheiten oder physikalische Therapieformen ergänzen die Badekur – je nach individuellen Bedürfnissen. Dabei können auch Elemente aus der Bade- und Klimakur kombiniert werden.