Willy Kravanja
… auf großem Fuß unterwegs mit dem Tegernseer Heimatführer
Willy Kravanja ist nicht nur Tegernseer Heimatführer – er ist ein echter Bergfex! Als Naturschutzranger ist er im Gebiet um den Wendelstein unterwegs und das Fernweh führt ihn regelmäßig hinauf auf die Berggipfel des Himalayas – als Bergführer. Seit vielen Jahren lebt er nach dem Leitsatz von Marcel Proust: „Die wahre Entdeckungsreise besteht nicht darin, neue Landschaften zu suchen, sondern mit neuen Augen zu sehen.“ Wir sind mit ihm auf Schneeschuhwanderung im Suttengebiet. Es knirscht und glitzert rings umher, während wir durch den Schnee tapsen.
Steckbrief:
Name: Willy Kravanja
Geburtstag: 21. August 1955
Geburtsort: Hausham
Wohnort: Bayrischzell
Worum geht’s? Schneeschuhwandern
Superpower: Energie tanken in der Schönheit der Natur
Wie vervollständigst du den Satz: Heimat bedeutet für mich …?
Das ist für mich der Ort, an dem ich aufgewachsen bin, wo Familie und Freunde leben und ich mich rundum wohlfühle. Wir haben Seen, wir haben blauen Himmel und wir haben die Berge – das klingt geradezu kitschig. Ich bin in meinem Leben oft längere Zeit im Ausland gewesen und habe das Heimkommen immer besonders genossen. Die wunderbaren Berge hier! Auch mal unkompliziert im Biergarten sitzen – das gehört alles dazu. Ich tu‘ mich hier leicht, weil ich die Berge liebe.
Wo ist es schöner, im Himalaya oder hier?
Also, du hast dort eine wahnsinnig faszinierende Bergwelt. Es gibt in Nepal acht Achttausender, 50 Siebentausender und 600 Sechstausender – das ist das Gewaltige! Je höher du steigst, umso mehr Gipfel siehst du. Aber die Schönheit der Berge gibt es auch hier. Was wir gerade jetzt machen, eine kleine Tour und dann in einer Almwirtschaft einkehren, das ist doch fantastisch! Ich finde unsere Berge keine Spur weniger faszinierend. Das Großartige ist doch, du kannst sie ganz schnell erreichen – und die Luft ist nicht so dünn. Zugleich sollte man nicht vergessen: Sie können auch gefährlich sein.
Inwiefern können die Berge gefährlich sein?
Wenn man unachtsam oder schlecht vorbereitet ist, kann man auch in unseren Bergen tödliche Fehler machen. Beispielsweise wird im Winter bei Ski- oder Schneeschuhtouren die Lawinengefahr oft unterschätzt. Gerade Schneeschuhgänger sind meist blauäugig unterwegs, nach dem Motto „das ist doch bloß ein Spaziergang“. Im Sommer ist es zusätzlich lebensnotwendig, das Gewitterrisiko einzuschätzen – für eine sichere Bergtour ist deshalb eine gute Tourenplanung dringend notwendig. Und gute Bergschuhe sind das A und O!
Sicherheit und eine gute Vorbereitung sind das Hauptthema für jede Bergtour – auch beim Schneeschuhwandern? Was rätst du den Leuten auf deiner Tour?
Wer alpinere Schneeschuhtouren gehen möchte, sollte unbedingt einen Lawinenkurs machen. Da gibt es unterschiedliche Anbieter, beispielsweise über das Lawinencamp Bayern oder den Alpenverein. Über die Lawinengefahr informiert auch der Lawinenwarndienst Bayern. In viele Apps ist ein Lawinenwarndienst integriert, beispielsweise vom DAV oder Outdooractive. Wetter und Lawinenwarnberichte anzuschauen, ist Pflicht! Außerdem gibt es freiwillige Wald-Wild-Schongebiete und verbindliche Schutzgebiete, wo Betreten verboten ist. Da muss man sich zuvor schlau machen.













